„Alltagsleben im Mittelalter“ – dieses ganzheitliche Thema stand in den letzten Tagen im Mittelpunkt bei den Schülern der sechsten Ganztagsklasse der Mittelschule Bad Neustadt. Über Lehramtsanwärterin Lisa Marie Maisch und Klassenleiterin Margret O‘Connor wurde das Ostheimer Ehepaar Susanne Zuber-Maisch und Wendelin Maisch in originalgetreuen Gewändern für diesen anschaulichen Unterrichtstag engagiert. Auf dem Schulgelände wurde dafür eigens ein mittelalterliches Lager mit Feuerstelle und Behausung aufgebaut. Die beiden Referenten brachten den Mädchen und Jungen das Leben und Reisen in dieser kargen und harten Zeit näher, besonders gut kam auch das „in die Rolle schlüpfen“ an. Beispielsweise erfuhren die Schüler auch, welche Berufe es damals gab und dass ein Bader – bei dem man sich reinigte – auch Zähne zog, ganz ohne Betäubung versteht sich.

Doch der Aktionstag war kein reiner Vortrag, im Gegenteil – die Kinder wurden komplett mit in die Lebensbedingungen und Gegebenheiten dieser Zeit eingebunden. Sie durften „ihr“ Frühstück – Getreidebrei mit Trockenobst, der nur mit etwas Honig, Milch, Wasser und Suppengrün aufgepeppt wurde, herstellen. „Das schmeckt ja nach gar nichts“ stellte so mancher geschmacksverwöhnte Schüler ernüchtert fest. Begeistert waren die Sechstklässler auch von der Herstellung der Kleidung und der Gebrauchsgegenstände, sowie der Nutzung einer Armbrust. So erkannten sie „dass das ja voll lange dauert, wenn man alles selber machen muss und kaum Werkzeug zur Verfügung hat“. Dass früher so wertvolle Utensilien wie ein Suppenlöffel wie ein Schatz gehütet und weitervererbt wurden, war für so manchen Jugendlichen Neuland. Zum Abschluss gab es noch eine Sage über die Ostheimer Lichtenburg.

Die Sechstklässler empfanden den Mittelaltertag als große Bereicherung, hieß es hinterher einstimmig.

Michaela Greier

Bilder: Lisa Marie Maisch