Den Traumjob bereits gefunden

Mittelschülerinnen und -schüler präsentierten ihre betrieblichen Lernaufgaben

„Die Schüler haben ihre betriebliche Lernaufgabe mit großem Engagement und Disziplin bewältigt und sich der Herausforderung gestellt“, freute sich Walter Rothaug, stellvertretender Schulleiter der Mittelschule Bad Neustadt nach der Vorstellung des in diesem Schuljahr zum zweiten Mal stattgefundenen Berufsorientierten Netzwerks (BON) in der achten Jahrgangsstufe. „Die Ergebnisse können sich alle sehen lassen, davon konnten wir uns hier und heute überzeugen“.

Im Februar hatte man mit dem Praktikum begonnen, zunächst schnupperten die Schüler eine Woche in „ihren“ Praktikumsbetrieb, in den darauf folgenden Wochen wurden sie dort an neun Donnerstagen eingearbeitet. Die vier Klassenleiter besuchten ihre Schützlinge regelmäßig, um sich vor Ort ein Bild machen zu können. Neben Günter Madrenas (Klasse 8a), Ulrike Ritter (8b), Wolfgang Issing (8c) und Silke Patermann (8dM) vervollständigte Gerlinde Bambach als Netzwerkbetreuerin vom Sachaufwandsträger Christliches Bildungswerk (CBW) das Team.

Vor einigen Tagen stellten die Jugendlichen ihre eigene betriebliche Lernaufgabe zunächst in der Klasse vor - diese wurde dann auch bewertet - nun wurden sie stolz dem großen Publikum vorgeführt. Die 77 Achtklässler hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentierten in der Aula ihre abgeschlossenen Aufgaben in Wort, Bild und handgefertigten Werkstücken. In den Präsentationen gab es außerdem Informationen über die schulischen Voraussetzungen bei der Einstellung und – ebenfalls wichtig – über das Gehalt.

Vier mutige Schüler stellten ihre betriebliche Lernaufgabe (BLA) dann auf der Bühne vor.

Den Anfang machte Stella-Rose Homann, Klasse 8a, die sich den Kindergarten Hohenroth ausgesucht hatte. „Ich habe in meinem Praktikum viele gute Erfahrungen gemacht und war in den Tagesablauf voll integriert“ erzählte sie. „Ob ich allerdings Erzieherin oder Kinderpflegerin werden will, weiß ich noch nicht, aber auf jeden Fall soll es beruflich in die soziale Richtung gehen“.

Viola Breunig aus der 8dM durfte als Bauzeichnerin im Ingenieurbüro Federlein in Bad Neustadt schon selbst den Entwurf eines Büros am PC erstellen. Die verschiedenen Arbeitsschritte dafür stellte sie dem Publikum vor und erklärte spezifische Fachausdrücke. „Das lange Arbeiten im Vergleich zum Schulalltag war schon ungewohnt und anstrengend, aber im Betrieb hat es mir sehr gut gefallen und die Mitarbeiter waren alle nett“, lautete ihr persönliches Fazit.

Ihr Klassenkamerad Moritz Lauer schnupperte erste Berufserfahrungen als Industriekaufmann bei Gardner Denver- einem weltweiten Unternehmen mit Sitz im Industriegebiet der Kreisstadt. „In der Ersatzteillogistik durfte ich Aufträge erfassen und Angebote erstellen“, erzählte er. Auch über den Ablauf - wie es mit den Bestellungen dann weiter gehe, berichtete er. Er könne sich gut vorstellen, später eine solche Ausbildung zu machen.

Stellvertretend für die an der Maßnahme teilnehmenden Betriebe lobte Dietmar Petri (Gardner Denver) die Anstrengungsbereitschaft der Jugendlichen. „Ich bin begeistert, was ihr hier auf die Bühne stellt“. Das System der neun Praxistage findet er gelungen, da die Praktikanten deutlich mehr mitbekämen, motivierter seien und auch schon ein bisschen mitarbeiten könnten. Er werde auf jeden Fall im kommenden Jahr mit seinem Unternehmen wieder am Projekt teilnehmen, versprach er.

Den Traumjob schlechthin hat Melissa Baumtrock bereits gefunden, sie absolvierte ihr Praktikum in der Kreisklinik. „Mein Arbeitstag begann schon morgens um sieben Uhr. Ich durfte Blutdruck messen, Essen ausgeben und die Patienten zu den Untersuchungen begleiten“ berichtete sie. „Auch wenn es sicher nicht immer einfach ist, weil man ja auch viele Schicksale miterleben muss, möchte ich auf jeden Fall im medizinischen Bereich tätig werden“, strahlte sie.

Die soziale Ader entdeckte auch Lukas Hartmann aus Heustreu, der als Altenpfleger mit Begeisterung die Senioren im  Stiftungsalten – und Pflegeheim betreute und sie oft mit dem Rollstuhl zu verschiedenen Veranstaltungen schob: “Die meisten haben mich immer gleich wieder erkannt und sich auf mich gefreut“.

Oder Alina Eckhardt und Isabella D’Agostino aus der Klasse 8b,  beide würden gerne – aufgrund ihrer positiven Erfahrungen im Praktikum - bei Physio- oder Ergotherapeuten ausgebildet werden. Im Gegensatz zu Jessica Abert aus der 8c „Auch wenn mir meine BLA im Autohaus Gaul und Klamt gut gefallen hat und ich schon Manches selbstständig erledigen durfte – mein Traumberuf hat etwas mit Tieren zu tun“, gab sie offen zu.

Durch das kurzweilige Programm führten die beiden Schülerinnen Joy Blum und Shani Balling aus der Klasse 8dM.

© 2014-07-22 Text und Fotos: M. Greier (Mittelschule Bad Neustadt)